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Seit Mitte Mai sind sie bekannt – die Tageseinrichtungen, die den Zuschlag zur Teilnahme an der landeweiten Pilotphase zur Zertifizierung zu den neuen Familienzentren erhalten haben. Unter mehr als 1.000 Bewerbern wurden 250 Tageseinrichtungen ausgewählt – deutlich mehr als die zunächst angedachten 178 Pilotteilnehmern. Auch Bewerber aus den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford wurden bedacht. Die acht ausgewählten Tageseinrichtungen im Einzugsgebiet des VAMV Regionalverbandes sind die Folgenden:
- Bad Oeynhausen – KiTa Bessinger Str. (AWO)
- Bünde – Ev. Kindergarten Lortzingstr.
- Herford Kreis – Ev. Jugendhilfe Schweicheln
- Herford Stadt – DRK KiTa Ottelau
- Löhne – Kita Mennighüffen (AWO)
- Kreis Minden-Lübbecke – Ev. Kita „Arche Noah" + DRK-Tageseinrichtung Espelkamp
- Porta Westfalica – KiTa Lerbeck (AWO)
Doch der Start der Familienzentren ist insgesamt alles andere als gelungen: waren und sind die Pläne von Minister Armin Laschet doch von teils herber Kritik begleitet, die sich bei grundsätzlicher Zustimmung zur Einrichtung von Familienzentren im Wesentlichen mit folgenden Details befasst:
Ad eins gibt es keinerlei finanzielle Mittel für die Tageseinrichtungen, die sich auf den Weg zum Familienzentrum begeben haben. Die im Haushalt eingestellten 2,5 Mio. Euro zählen nicht, dienen sie doch lediglich der Finanzierung der wissenschaftlichen Begleitung und kommen somit nicht der mittelbaren Arbeit in den jeweiligen Einrichtungen zugute. Ad zwei wird bemängelt, dass seitens der Nordrhein-Westfälischen Landesregierung keine Konzepte und/oder Kriterienkataloge für die Umwandlung in Familienzentren erstellt wurden. Außer einer vagen Beschreibung der Mindestanforderungen gab und gibt es keinerlei Hilfestellung seitens der Landesregierung. Zu guter Letzt richtet sich die Kritik an die fehlende Einbindung der Jugendämter und Kommunen bei der Auswahl der Tageseinrichtungen. Diese sollen erst nach Auswahl der 25 Einrichtungen, die am Ende der Pilotphase – also voraussichtlich Ende März 2007 – das wie auch immer ausgestaltete Gütesiegel erhalten werden eingebunden werden und dann die Aufgabe der flächendeckenden Errichtung von Familienzentren übernehmen.
Dass zudem seitens der Landesregierung versäumt wurde, den Millionenauftrag zur wissenschaftlichen Begleitung - wie vorgeschrieben – europaweit auszuschreiben und somit der Start der Pilotphase verzögert wurde, ist Wasser auf die Mühlen der zahlreichen Kritiker, die der Landesregierung nicht nur in Sachen Familienzentren Konzeptionslosigkeit vorwerfen.
Lassen wir uns also überraschen, was das Ende der Pilotphase bringt, welche Erfahrungen die Pilotteilnehmer gesammelt haben, ob Andere von diesen Erfahrungen profitieren können, bereits anderswo gemachte Fehler zu vermeiden wissen und welche Kooperationen, die ein wesentlicher Stützpfeiler der Familienzentren Nordrhein-Westfalens sein sollen, im Laufe der nächsten Wochen und Monaten zustande kommen werden.
06/2006
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