MitgliedschaftBeratungTerminkalenderSpenden

Wohl des Kindes
Umgang & Sorgerecht

Infos des  VAMV in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford

bullet01

Nachgefragt

Erfahrungen mit der alleinigen elterlichen Sorge

von Thomas Klaas

kompakt: Gabi*, du hast trotz deiner Scheidung im Dezember 1999 (also nach der Reform des Kindschaftsrechts 1998) die alleinige elterliche Sorge für deine Tochter zugesprochen bekommen. Wie kam es dazu?

Gabi: Ich hatte mit meiner Anwältin während der Vorbereitung zum Scheidungstermin über die Frage der Sorge für unsere Tochter Anna* gesprochen. Unsere Strategie war, die alleinige Sorge zu beantragen, da sich in der Phase der Trennung herausgestellt hatte, dass mein Mann wenig Interesse an Anna zeigte und in dieser Zeit auch selten versucht hat, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Während des Scheidungstermins vorm Familiengericht hat der Richter anfangs versucht, mich davon zu überzeugen, dass die gemeinsame elterliche Sorge für Anna ausgesprochen wichtig sei. Meine Anwältin und ich haben dem Richter dann ganz schnell klar gemacht, dass wir komplett anderer Meinung sind und dass mein Mann während der letzen Monate schon kaum Interesse für unser Kind gezeigt hat. Wie sollte es da erst werden, wenn noch mehr Zeit verstreicht?

kompakt: Und es ist euch offensichtlich gelungen, den Richter aber auch deinen Mann davon zu überzeugen, dass die alleinige Sorge, die du für dich beantragt hast, genau das Richtige für Anna sein würde.

Gabi: Ja, das ging wider Erwarten sehr schnell. Sowohl der Richter als auch mein Mann haben sich unserem Antrag nicht verschlossen. Für mich war das Verhalten meines Mannes auch nur konsequent: wer sich in der Trennungsphase nicht um sein Kind kümmert, der – so war meine Vermutung – würde auch bei der Frage der Sorgevereinbarung keinen großen Wert darauf legen, beteiligt zu sein.

kompakt: Nun sind seit euerer Scheidung fast vier Jahre vergangen – bereust du deinen damaligen Wunsch, die alleinige Sorge für Anna zugesprochen zu bekommen?

Gabi: Nein! Bereuen tue ich das auf keinen Fall. Ich sehe, dass es Anna damit gut geht und das ist das Wichtigste. Anna hat nach wie vor Kontakt zu ihrem Vater – zwar selten, aber regelmäßig, nämlich jeden zweiten Sonntag. Ich selbst genieße es, für Anna wichtige Fragen nicht mit meinem Ex-Mann besprechen zu müssen, sondern die Antworten darauf selber finden zu können. Anna ist mit 9 Jahren mittlerweile in einem Alter, in dem Sie schon selbst sehr viele Impulse geben kann und in vielen Dingen ihre eigenen Ansichten hat und konsequent vertritt. Ich glaube, es wäre nur hinderlich, dies mit einem Menschen diskutieren zu müssen, der Anna nur alle zwei Wochen einen Tag lang sieht und der demnach nur sehr oberflächlich über Annas Neigungen, Fähigkeiten und Eigenschaften informiert ist.

kompakt: Und wie sieht die finanzielle Seite der Medaille aus?

Gabi: Natürlich lebe ich nicht im Überfluss, aber zumindest hat mein Mann von Anfang an den im Zuge der Scheidung festgelegten Unterhaltsbetrag für Anna und mich regelmäßig gezahlt. Auch unter diesem Aspekt gibt es nichts zu bereuen. Es war also nicht etwa so, dass mein Mann mich durch Unterhaltskürzung für die mir zugesprochene alleinige Sorge hätte strafen wollen. Ich denke, dass auch er erkannt hat, dass wir beide jetzt die Familie bilden, die wichtige Entscheidungen auch ohne Einflussnahme von Außen treffen kann.

kompakt: Gabi, ich danke dir für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas Klaas
*) die Namen wurde von der Redaktion verändert.

Unterstützen Sie unsere Forderungen und werden Mitglied im VAMV!

(09/2003)

 

Aktuelles

 

Das sollten Sie wissen:

 

 

 

Pin

Das Westfalen Blatt berichtet:
Zwei Artikel zum Unterhaltsvorschuss in der Ausgabe vom 10. März 2010

 

 

 

Pin

Kindesunterhalt steigt in 2010 – aber nicht kostendeckend.

 

 

 

Pin

Volles Programm beim VAMV zum Jahresbeginn 2010.

 

 

 

Pin

Termine für 2010:
Stammtisch im “Wirtschaftswunder” in Bünde
.

 

 

 

 

VAMV fordert die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder auf 7 Prozent

 

 

 

 

14tägiges Treffen jeweils Samstags von 15 bis 17.30 Uhr - jetzt in Bünde.

 

 

 

 

Doppelter Abiturjahrgang NRW: Auswirkungen auf Familien - Forderungen an die Landesregierung.

 

 

 

 

Der VAMV fordert:
Belange der Kindern sensibel berücksichtigen.

 

 

 

 

Bundesfamilienministerin äußert sich wider besseren Wissens.

 

 

 

 

Bundesverfassungsgericht entlässt Väter aus der Elternpflicht

 

 

 

 

Seit Januar 2008 erstmalig bundesweit einheitliche Beträge für Kindesunterhalt.

 

 

 

Windel 10

 

 

 

 

VAMV fordert die geringe Mehrwertsteuer auf Produkte für Kinder.

 

 

 

 

Ev. Kindergarten Siemshof und VAMV arbeiten eng zusammen.